An Außenwerbung führt kein Weg vorbei

„Denn als wahres Massenmedium spannt sie ein Netz von mehreren hunderttausend Out of Home-Werbeträgern über ganz Deutschland. Auf Straßen und Plätzen der Städte, entlang der Autobahnen, an Bahnhöfen, Flughäfen sowie im Linien-, Nah- und Fernverkehr steht sie im permanenten Kontakt mit der Bevölkerung. Immer, überall, 24 Stunden an jedem Tag des Jahres, unausweichlich, unübersehbar.“ (Quelle: Fachverband Außenwerbung www.faw-ev.de)

„Diese Art der Kommunikation im öffentlichen Raum kann nicht überhört oder abgeschaltet werden. Verankern Sie Werbebotschaften im Kopf der Konsumenten. […] Die prominent platzierten Außenwerbeflächen sind ein Blickfang und werden von den Menschen immer wahrgenommen, bewusst oder unbewusst.“ (Quelle:www.crossvertise.com/aussenwerbung/aussenwerbung-trifft-jeden)

Werbebotschaften sind im städtischen Raum allgegenwärtig. Die Gestaltung der Stadt wird durch Werbung überlagert und der öffentliche Raum zunehmend kommerzialisiert. Dadurch verliert unsere Stadt ihr individuelles Gesicht.

Niemand kann sich den Botschaften der Werbung entziehen, denn an Außenwerbung führt kein Weg vorbei.

Die geplante Digitalisierung von mehr als 1.000 Werbeanlagen mit einer Bildschirmgröße von bis zu 10 qm ab Januar 2019 wird sich negativ auf die Stadt und die Menschen auswirken.

Ziel des Gesetzesvorhabens ist deshalb eine deutliche Reduzierung der Außenwerbung und ein Verbot digitaler Werbeanlagen im öffentlichen Raum. Plakate für Veranstaltungen und Gemeinnütziges wird es weiterhin an Litfaßsäulen, Kulturflächen und Haltestellen geben. Produktwerbung ist nur noch am Ort der Leistung (z.B. Läden, Gaststätten) zulässig.

Das Land Berlin darf öffentliche Toiletten und Haltestellen des ÖPNV durch Produkt- und Dienstleistungswerbung an diesen Anlagen für einen begrenzten Zeitraum refinanzieren.

Werbefreie Städte sind keine Utopie

Grenoble, São Paulo und ganze Bundesstaaten in den USA haben es vorgemacht. Berlin wäre die erste Hauptstadt der Welt.

 

Zulässige Ausnahmen vom generellen Werbeverbot nach dem Gesetzentwurf:

  • Werbeanlagen an der Stätte der Leistung mit einer Höhe bis zu 10 Meter über der Geländeoberfläche
  • einzelne Hinweiszeichen an Verkehrsstraßen und Wegabzweigungen, die im Interesse des Verkehrs auf versteckt liegende Betriebe oder versteckt liegende Stätten aufmerksam machen
  • Werbeanlagen an und auf Flugplätzen, Sportanlagen, Versammlungsstätten und auf Ausstellungs- und Messegeländen, soweit sie nicht in die freie Landschaft wirken
  • Anlagen für amtliche Mitteilungen
  • Anlagen für nichtkommerzielle Hinweise und Mitteilungen (Nachbarschaftsanschlag)
  • Werbeanlagen für Werbung im maximalen Format DIN A 0 an nicht hinterleuchteten oder bewegten Säulen (Allgemeinanschlag), Bauzäunen, unter Brücken, in Tunneln und an einzelnen besonders ausgewiesenen Flächen zur Unterrichtung der Bevölkerung über kirchliche, kulturelle, politische, sportliche und ähnliche Veranstaltungen, sowie für Werbung von steuerbegünstigten Körperschaften im Sinne des § 51 der Abgabenordnung
  • Werbeanlagen an Bahnhöfen und Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs und an öffentlichen Sanitäreinrichtungen zur Unterrichtung der Bevölkerung über kirchliche, kulturelle, politische, sportliche und ähnliche Veranstaltungen, sowie für Werbung von steuerbegünstigten Körperschaften im Sinne des § 51 der Abgabenordnung
  • Werbeanlagen an Bahnhöfen und Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs und an öffentlichen Sanitäreinrichtungen für die Dauer von bis zu einem Jahr zur unmittelbaren Finanzierung von Bau- oder Sanierungsmaßnahmen an dem Bahnhof, der Haltestelle oder der Sanitäreinrichtung
  • Werbeanlagen an Bauzäunen und Baugerüsten an öffentlichen Gebäuden, Plätzen und Grünanlagen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Bau- oder Sanierungsmaßnahmen an diesen stehen und die Einnahmen aus der Werbung der unmittelbaren Finanzierung der Maßnahmen dienen