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An Außenwerbung führt kein Weg vorbei

„Denn als wahres Massenmedium spannt sie ein Netz von mehreren hunderttausend Out of Home-Werbeträgern über ganz Deutschland. Auf Straßen und Plätzen der Städte, entlang der Autobahnen, an Bahnhöfen, Flughäfen sowie im Linien-, Nah- und Fernverkehr steht sie im permanenten Kontakt mit der Bevölkerung. Immer, überall, 24 Stunden an jedem Tag des Jahres, unausweichlich, unübersehbar.“ (Quelle: Fachverband Außenwerbung www.faw-ev.de)

„Diese Art der Kommunikation im öffentlichen Raum kann nicht überhört oder abgeschaltet werden. Verankern Sie Werbebotschaften im Kopf der Konsumenten. […] Die prominent platzierten Außenwerbeflächen sind ein Blickfang und werden von den Menschen immer wahrgenommen, bewusst oder unbewusst.“ (Quelle:www.crossvertise.com/aussenwerbung/aussenwerbung-trifft-jeden)

Wem gehört die Stadt?
Wem gehört der öffentliche Raum?

Außenwerbung beansprucht immer mehr städtischen Raum und stellt eine Gefahr für die Sicherheit des Verkehrs dar. Die massive Zunahme und die Digitalisierung der Werbeanlagen wirken sich negativ auf das Stadtbild aus. Stadt- und Landschaftsräume werden durch Werbeanlagen vereinnahmt und verunstaltet. Das individuelle Gesicht der Stadt verschwindet.

Die zunehmende Kommerzialisierung des öffentlichen Raums beeinträchtigt seine soziale und ästhetische Funktion als Ort des gesellschaftlichen Lebens. Niemand kann sich den Botschaften der Werbung entziehen, denn an Außenwerbung führt kein Weg vorbei.

Die Stadt wird zur Ware und der öffentliche Raum kommerzialisiert (Kommodifizierung). Wirtschaftliche Interessen bestimmen das Bild unserer Stadt.

Berlin Werbefrei stellt dieser Entwicklung mit dem AntiKommG ein Konzept für den verträglichen Umgang mit Werbeanlagen im öffentlichen Raum entgegen:

  • Produkt- und Dienstleistungswerbung ist nur noch an der „Stätte der Leistung“ (Läden, Gaststätten etc.) zulässig

  • Veranstaltungswerbung und gemeinnützige Aushänge sind an Litfaßsäulen, Haltestellen und besonderes ausgewiesenen Flächen zulässig

  • Keine digitalen Werbeanlagen im öffentlichen Raum

  • Werbeanlagen dürfen nicht für herabwürdigende oder diskriminierende Werbung genutzt werden

Das Land Berlin darf Sanitäranlagen und Haltestellen durch Produkt- und Dienstleistungswerbung für einen begrenzten Zeitraum refinanzieren.

Eine werbefreie Stadt ist keine Utopie

Die französische Stadt Grenoble begann 2014 mit dem Slogan „Bäume statt Werbetafeln“ die „Erfindung einer neuen schöneren, städtischen Lebensweise“. In Grenoble hat die Stadt die Werbeverträge gekündigt, um Platz für Bäume und Ankündigungen der Stadtbevölkerung zu schaffen. In Deutschland wäre Berlin Vorreiter einer neuen Urbanitätsbewegung.

Wer entscheidet, wem die Stadt gehört und wie sie aussieht?