Pressemitteilung Nr. 4

Pressemitteilung                                                                                                        

Berlin, den 16.01.2018

 

Volksentscheid Berlin Werbefrei

Unterschriftensammlung für ein werbefreies Berlin ist heute gestartet

Mit einer Aktion am Moritzplatz ist heute die Unterschriftensammlung zum Volksbegehren Berlin Werbefrei gestartet. Rund 50 Aktive und Interessierte protestierten am Moritzplatz für eine deutliche Reduzierung von Außenwerbung im öffentlichen Raum. Am Moritzplatz sind 21 Großwerbeanlagen installiert.

In der ersten Stunde nach dem Unterschriftenstart hatten bereits mehr als 100 Berlinerinnen und Berliner ihre Unterstützungsunterschrift abgegeben

Bis zum 15. April 2018 möchte die Initiative 20.000 Unterschriften sammeln. Unterschriftenlisten können ab sofort auf der Webseite des Volksbegehrens heruntergeladen werden. Zudem werden berlinweit Sammelstellen eingerichtet. Viele Sammlerinnen und Sammler werden in den kommenden Tagen und Wochen auf Berlins Straßen und Plätzen für das Anliegen werben.

 

„Ich freu mich schon auf eine Stadt ohne Werbung. Ohne die nervigen, sich ständig und überall aufdrängenden Kaufaufforderungen, die häufig geschmacklosen oder herabwürdigenden Werbebotschaften… Stattdessen wäre der Blick wieder frei auf Architektur, Grünflächen oder einfach den Himmel. Und die ein oder andere triste Mauer wäre ohne Werbung eine wunderbare Fläche für Kunst.“

Sarah Mohs, Mitinitiatorin

 

„Warum müssen wir uns die ganze Zeit sagen lassen, wer wir sein, wie wir aussehen und was wir tun sollen? Der Werbeflut, die in Wahrheit nicht informiert, sondern illusioniert, sind wir jeden Tag ungefragt ausgesetzt. Mit dem Antikommodifizierungsgesetz schaffen wir einen AdBlocker für den öffentlichen Raum.“

Joschka von Unruh, Co-Sprecher

 

„Besonders kritisch sehen wir Werbung vor und in Schulen. Werbung ist oft manipulativ und vermittelt fragwürdige Leitbilder. Zudem wird Werbung immer wieder als sexistisch wahrgenommen. Wir sagen: Werbung hat vor und in Schulen nichts zu suchen.“ so Fadi El-Ghazi.

Fadi El-Ghazi, Mitinitiator

 

Das Gesetz sieht ein Verbot digitaler Werbeanlagen sowie eine Einschränkung von Produkt-und Dienstleistungswerbung im öffentlichen Raum vor. Produktwerbung bleibt weiterhin an der „Stätte der Leistung“ erlaubt, zum Beispiel an Läden, Gaststätten und Betrieben. Veranstaltungswerbung und gemeinnützige Aushänge sollen weiterhin zulässig sein. Außerdem wird es dem Land Berlin gestattet sein, Sanitäranlagen und Haltestellen zeitlich begrenzt durch Werbung zu finanzieren. Schließlich dürfen Werbeanlagen nicht mehr für herabwürdigende oder diskriminierende Werbung genutzt werden.

In öffentlichen Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Hochschulen ist in dem neuen Werbegesetz ein generelles Werbeverbot vorgesehen. Sponsoring an Schulen und Hochschulen soll auch in Zukunft zulässig sein, sofern der Grundsatz der Transparenz gewahrt wird. Die Initiative Berlin Werbefrei sieht mit dem Gesetzesentwurf auch die Schaffung einer zentralen Beschwerdestelle vor. Diese soll bei Verstößen gegen das Werbeverbot für eine schnelle Klärung sorgen.

Pressebilder:

http://berlin-werbefrei.de/presse/

Pressekontakt:

Fadi El-Ghazi – 0177 815 11 60

Joschka von Unruh – 0157 864 32 925

presse@berlin-werbefrei.de